Ein fester Termin im Jahreskalender der Orientierungsläufer sind die Bavarian Forest 5 Days, der bayrische 5-Tage-Orientierungslauf. Mit rund 1000 anderen Sportlern aus gut 25 Nationen – von Portugal bis Estland, von Finnland bis Italien und sogar aus Neuseeland und den USA – machten sich auch drei Läufer des TGV Horn auf den Weg nach Philippsreut.
Erstmalig fanden die ersten beiden der insgesamt 5 Läufe im benachbarten Tschechien statt. Start und Ziel der 3. und 4. Etappe war in Mittelfirmiansreut auf der deutschen Seite und das Finale wurde schließlich als “Stadtlauf“ im Kurpark und der Altstadt von Grafenau gelaufen.
Das teilweise sehr steile, felsige Bayernwaldgelände stellte höchste Anforderungen sowohl an die Kondition als auch an die Konzentration. Viele Schneisen und Rückegassen, teils hüfthoher Unterwuchs, viele Steinfelder und Totholz erschwerten das Laufen, hinzu kam eine technisch sehr anspruchsvolle Bahnlegung mit langen Teilabschnitten bei denen die Höhenlinien häufig die einzige Orientierungshilfe waren.
Der erfahrenste Horner Läufer, Steffen Hartmann, startete in der Kategorie Herren 40. An allen Tagen zeigte er sehr stabile Leistungen und hielt sich jeweils im Mittelfeld. Am Ende erreichte er Platz 10 der Gesamtwertung. Ein sehr erfreuliches Ergebnis mit dem er wohl selbst nicht gerechnet hätte.
Zum ersten Mal bei einem großen internationalen Wettkampf startete Paul Michel in der Herren 18. Vergleichbar mit den A-Junioren beim Fußball sind die Strecken nur wenig kürzer und einfacher als in der Herren-Elite-Klasse. Die teils sehr langen Strecken zwischen den Posten, bei denen eine schnelle, präzise Routenwahl gepaart mit sehr guten läuferischen Qualitäten gefragt war, forderten Paul alles ab. Mit Rang 14 in der Gesamtwertung konnte er nicht zufrieden sein, andererseits werden ihm die gemachten Erfahrungen bei künftigen Läufen zu gute kommen.
Ohne große Erwartungen ging Cornelia Meßner nach über 35 Jahren wieder an den Start eines Mehrtagelaufs. Platz 10 unter 29 startenden Läuferinnen wäre eine zufriedenstellende Platzierung, so die Marschrichtung vor Beginn der Wettkämpfe. Am Ende ärgerte sie sich über Rang 5 weil sie den 3. Platz dadurch verschenkte, dass sie am Finaltag einen Posten überlief, ohne zu stempeln und dieser – punktemäßig sehr gute Lauf – als ihr Streichlauf gewertet werden musste.
Ein ganz besonderes Highlight hielt der Veranstalter für all jene bereit, denen fünf Tage noch nicht reichen: Trail Orienteering, bei dieser speziellen Form des Orientierungslaufs, auch Präzisionsorientieren genannt, kommt es auf präzises Kartenlesen und die Zuordnung von Postenstandorten im Gelände an. Auf einer vorgegebenen Route, Trail, die nicht verlassen werden darf, muss der Läufer aus bis zu fünf Postenstandorten denjenigen bestimmen, der dem auf der Karte markierten und über die Postenbeschreibung näher deklarierten Standort entspricht. Dabei werden zwei Disziplinen unterschieden: PreO, bei dem keine Zeit gemessen wird und TempO, bei dem die Entscheidung über den richtigen Postenstandort unter Zeitdruck steht. Interessant sind diese Wettkampfformen vor allem dadurch, dass auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen ohne Einschränkungen daran teilnehmen können.
Bei diesen beiden Wettkämpfen traten Paul und Steffen an, wobei es bei Paul weitaus besser lief als beim “normalen“ OL. Beim PreO konnte er mit nur 5 Fehlern Rang 18 unter 59 Startern erreichen. Er wurde damit Dritter in der Juniorenklasse und war gleichzeitig bester deutscher Starter. Diesen Erfolg konnte er beim TempO sogar noch toppen: Rang 15 unter 61 gestarteten Orientierern und wieder bester Deutscher.
Bei den gleichen Wettkämpfen erreichte Steffen Hartmann die Plätze 31 (PreO) und 28 (TempO).
Dank der hervorragenden Organisation, den sehr guten Karten, der anspruchsvollen Bahnlegung und nicht zuletzt dank des guten Miteinanders von 1000 Gleichgesinnten aus den verschiedensten Ländern eine gelungene Veranstaltung für den TGV Horn, die vom 01. bis 05. August 2026 sicher ihre Fortsetzung finden wird.

