Wir stellen uns vor
Vereinschronik
Die Vorgeschichte
Der Militär- und Kriegerverein Horn
Bereits vor der Jahrhundertwende (ca. 1890 bis 1900) wurde in unserem Dorf der Krieger- und Militärverein Horn gegründet. Diese Art Vereine waren im deutschen Kaiserreich weit verbreitet. So gab es zur damaligen Zeit fast in jeder umliegenden Gemeinde im Altkreis einen Kriegerverein. Der Dachverband der deutschen Krieger- und Militärvereine war der sogenannte „Kyffhäuserbund“.
Liest man heute das Wort „Kriegerverein“, kommen einem sofort Gedanken wie Gewaltverherrlichung und Waffennarren in den Sinn. An all das dachten unsere Vorfahren und Gründer dieser Vereine aber nicht, als sie einen Krieger- und Militärverein gründeten. Derartige Gründungen hatten im deutschen Kaiserreich nach mehreren Kriegen in allen Gegenden des Landes einen besonderen Aufschwung. Kriegervereine waren ursprünglich aus Gründen der Geselligkeit und Fürsorge gegründet worden. Sie waren weitgehend neutral und parteipolitisch unabhängig.
Der Vereinszweck wurde in den Statuten des Kyffhäuserbundes wie folgt geregelt:
„Herstellung eines freundschaftlich geselligen Zusammenwirkens zur Pflege militärischer Kameradschaft, sittlicher Tüchtigkeit und echter, von vaterländischer Gesinnung getragener Bürgertugend sowie die Wahrung alter Traditionen, Unterstützung kranker Kameraden sowie Fürsorge für die Beerdigung von verstorbenen Mitgliedern und die Feier vaterländischer Gedenktage.“
Das gesellige Zusammenwirken des Horner Kriegervereins bekunden Statuten aus dem Jahr 1913, in denen bereits Theateraufführungen in der Horner Schlosswirtschaft beschrieben werden. Auch ein Männerchor war in den Reihen des Kriegervereins Horn beheimatet.
Nach dem Zerfall des Deutschen Kaiserreiches und nach den schlimmen Jahren des ersten Weltkrieges (1914 bis 1918) brach in Deutschland eine neue Zeitrechnung an. Nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren sehnten sich die Menschen nach Geselligkeit und Kameradschaft, aber immer weniger unter dem Namen eines Krieger- und Militärvereins. So auch in Horn.
Vereinschronik
Der TGV Horn im Wandel der Zeit.
Die Anfänge in den 20er Jahren
1923 - DIe Vereinsgründung
Am Fronleichnamsfest, dem 31. Mai 1923, gründen fußball- und turnbegeisterte Jungmänner im Rahmen einer gut besuchten Versammlung in der Schloßwirtschaft den Turnverein Horn. Unter der Leitung von Franz Haas, der auch zum 1. Vorstand gewählt wird, treten dem Verein sofort 25 aktive und 15 passive Mitglieder sowie ein Ehrenmitglied bei.
Es wird festgelegt, dass alle aktiven Mitglieder bis zum 25. Lebensjahr die Turnstunden besuchen müssen, die dreimal wöchentlich auf dem gemeindeeigenen „Brechwasen“ stattfinden. Als Vereinslokal dient die Schlosswirtschaft, und Mitteilungen werden traditionell an der großen Linde vor der Kirche ausgehängt. Für den sportlichen Start werden ein gebrauchtes Turn-Pferd und ein Reck vom TSV Heubach erworben.
1924 – Die erste Gründungsfeier
Am 31. August 1924 feiert der junge Verein seine offizielle Gründungsfeier. Trotz anfänglich strömenden Regens, der die Absage der Musikkapelle erzwingt, wird das Fest nach Mittagsaufklarung ein voller Erfolg. Die Paten- und Gastvereine aus Heuchlingen, Unterböbingen und Schechingen marschieren auf, und die neu formierte Horner Sängerabteilung sorgt für die musikalische Umrahmung.
Nach Festreden von Gau-Vertreter Leißle und dem Schultheiß von Göggingen begeistert der Verein die Zuschauer – darunter auch den Grafen Franz Hector von Gerolfingen – mit einem Schauturnen an Reck und Barren, Hochsprungwettbewerben und einem feierlichen Mädchenreigen.
1925 – Erste sportliche Erfolge
Der Verein etabliert sich schnell in der Region. Beim Jugendturntag in Leinzell gehen bereits 19 Horner Zöglinge und Schüler an den Start und erringen beachtliche Erfolge. Zudem festigt der Verein die Gemeinschaft durch ein Völkerball-Freundschaftsspiel gegen Leinzell auf dem eigenen Turnplatz. Zur Weihnachtszeit wird in Kooperation mit dem Kriegerverein die erste Theateraufführung inklusive einer Gabenverlosung auf die Beine gestellt. Bruno Emer glänzt in diesem Jahr mit einem starken 5. Platz im Achtkampf beim Gauturnfest in Unterurbach.
1926 – Ein schweres Unglück und die neue Fahne
Das Jahr ist von einem Rückschlag geprägt: Beim herbstlichen Abturnen im Oktober verunglückt Bernhard Grimm am Reck und zieht sich eine schwere Handverletzung zu, woraufhin ihm der Verein 26 Reichsmark aus der Unfallzuschusskasse zahlt.
Trotz dieses Vorfalls blickt der Verein nach vorn: Im November wird beschlossen, eine offizielle Vereinsfahne bei der Firma Geschwister Walter in Heilbronn für stolze 480 Reichsmark in Auftrag zu geben. Der Mitgliederstand wächst auf 39 Aktive, Zöglinge und Schüler heran.
1927 – Der denkwürdigste Tag: Die Fahnenweihe
Der 22. Mai 1927 geht als „der denkwürdigste Tag“ in die Vereinsgeschichte ein. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und von 16 Gastvereinen sowie 7 Festreitern findet die feierliche Fahnenweihe statt. Der Festgottesdienst wird vom gebürtigen Horner Katechet August Dolderer zelebriert. Ein glanzvoller Festzug, angeführt von Festkönigin Maria Grimm und 20 Festdamen, zieht zum Festplatz im Obstgarten des Anwalts Eßwein.
Sportlich läuft es ebenfalls hervorragend: Bruno Emer und Franz Grimm erringen beim Bezirksturnfest in Böbingen jeweils den 1. Preis. Um den Trainingsbetrieb weiter zu professionalisieren, wird bei der Firma Gebrüder Benz ein neuer Turnbarren für 225 Reichsmark bestellt.
1928 – Strenges Pflichtbewusstsein und Triumph in Welzheim
Die Disziplin im Verein wird verschärft: Jedes Mitglied bis zum 23. Lebensjahr ist nun strikt zur Teilnahme an den Turnstunden verpflichtet – unentschuldigtes Fehlen kostet 10 Pfennig. Dass das „Romhopfen“ in der bäuerlichen Bevölkerung der damaligen Zeit nicht überall gerne gesehen ist, hält die Turner nicht auf.
Beim Gauturnfest in Welzheim feiert Horn triumphale Erfolge: Bruno Emer siegt im Zehnkampf, Franz Grimm gewinnt den Zwölfkampf, und die achtköpfige Vereinsriege sichert sich den hervorragenden zweiten Platz. Für kulturelle Veranstaltungen wird zudem die Theaterbühne des Kriegervereins gegen eine Entschädigung gemietet.
1929 – Einzug des Gesangs und erste Statuten
Der Verein erweitert sein kulturelles Profil maßgeblich. Auf Anregung des neuen Hauptlehrers Hertrich, der auch die Leitung übernimmt, wird der ehemals beim Kriegerverein angesiedelte Männerchor als neue Sängerabteilung in den Turnverein integriert. Damit ist der Grundstein für eine dauerhafte Verbindung von Sport und Gesang gelegt. Um dem gewachsenen Verein ein rechtliches Fundament zu geben, lässt die Verwaltung in einer Gmünder Druckerei erstmals offizielle Vereinssatzungen (Statuten) anfertigen.
Die 30er Jahre
1930 – Solidarität und Auszeichnungen
Der Turnverein zeigt starkes gesellschaftliches Engagement und beschließt, die Einnahmen seiner Theateraufführung zu Gunsten des neuen Kriegerdenkmals zu spenden. Am Ostermontag rückt der Verein mit der Vereinsfahne und 30 Mann aus, um an der Fahnenweihe des Gesangvereins Germania in Schönhardt teilzunehmen. Auch sportlich läuft es rund: Beim Jugendturntag in Heuchlingen werden elf Horner Turner für ihre hervorragenden Leistungen ausgezeichnet.
1931 – Fastnachtstradition und Theatererfolg
Die Geselligkeit kommt nicht zu kurz: Der Verein veranstaltet am Fastnachtssamstag in der Schlosswirtschaft und am Fastnachtsdienstag in der Unteren Wirtschaft gut besuchte Kappenabende. Eine Bewerbung um die Ausrichtung des Remsgau-Jugendturntags muss der Ausschuss jedoch wegen des schlechten Zustands des eigenen Turnplatzes zurückziehen.
Das zu Weihnachten aufgeführte ernste Schauspiel „Wenn Muttertränen fließen“ und das Lustspiel „Wuppke der fidele Schusterjunge“ stoßen auf so großes Interesse in der Bevölkerung, dass die Vorstellungen im Januar wiederholt werden müssen.
1932 – Ernste Zeiten und vereinsinterne Krisen
Das Jahr steht im Zeichen spürbarer Veränderungen. Aufgrund der allgemein „ernsten Zeiten“ verzichtet der Verein komplett auf Fastnachtsveranstaltungen. Auch intern kriselt es: Ein Streitfall muss auf einer Versammlung geschlichtet werden, und die geplante Teilnahme am Deutschen Turnfest 1933 in Stuttgart wird aus ungeklärten Gründen abgesagt.
Nachdem Vorstand Franz Haas die mangelnde Disziplin und die schwache Beteiligung an den Turnstunden scharf kritisiert, legt er im Verlauf der Versammlung verärgert sein Amt nieder und tritt aus dem Verein aus.
1933 – Gleichschaltung unter dem NS-Regime
Die politische Realität des Nationalsozialismus erreicht den Verein mit voller Härte. Zwar wird der zurückgetretene Franz Haas bei der Generalversammlung zunächst wiedergewählt, doch Hauptlehrer Hertrich verliest kurz darauf die neuen Richtlinien der Deutschen Turnerschaft. Der Vorstand wird zum „Vereinsführer“ umbenannt, die Turnerjugend in die Hitlerjugend eingegliedert und die Mitglieder zum „Wehrturnen“ verpflichtet, wozu Passagen aus Adolf Hitlers Mein Kampf verlesen werden.
An Pfingsten nehmen die meisten Turner nicht am Turnfest teil, sondern werden in Schwäbisch Gmünd zur SA vereidigt. Ein Stück Normalität bewahren lediglich das Gartenfest bei Josef Ziegler und die Weihnachtsfeier.
1934 – Existenzängste und stürmische Debatten
Der reguläre Vereins- und Turnbetrieb kommt fast vollständig zum Erliegen, da der Großteil der Turner samt Turnwart von der SA beansprucht wird. Eine Teilnahme am Bezirksturnfest in Wißgoldingen ist daher unmöglich.
Aus Angst, das Vereinsvermögen könnte vom Staat beschlagnahmt werden, kommt es zu einer stürmischen Debatte. Die Mitglieder beschließen, einen Teil des Vermögens (400 Reichsmark) aufzuteilen und an die Mitglieder zurückzuzahlen. Noch verabschiedet man sich bei den Versammlungen traditionell mit „Gut Heil“, im Protokoll taucht jedoch auch das erste Mal ein „Heil Hitler“ auf.
1935 – Frauentreffen, Liedgut und Eigenständigkeit
Der Vereinsausflug führt in diesem Jahr ins Wental bei Bartholomä – ein Novum dabei ist, dass erstmals auch Damen teilnehmen dürfen. An der Vereinsspitze gibt es einen endgültigen Wechsel: Gründungsmitbegründer Franz Haas tritt endgültig zurück, Anton Kaufmann wird neuer Vereinsführer.
Da die Turner kaum noch traditionelles Liedgut beherrschen, bietet Hauptlehrer Hertrich freiwillige Singstunden an. Pläne, den Turnverein mit dem Kriegerverein und dem Kirchenchor zwangsweise zusammenzulegen, lehnen die Mitglieder aufgrund zu unterschiedlicher Vereinsziele erfolgreich ab.
1936 – Neuer Schwung und die eigene Theaterbühne
Um den zuletzt mäßigen Turnbetrieb wieder anzukurbeln, wird Paul Grimm als neuer Oberturnwart eingesetzt. Gleichzeitig wird der Beitritt zum „Reichsbund für Leibesübungen“ für den Verein zur Pflicht. Neben sportlichen Pflichten pflegt man die Kameradschaft: Das Mitglied Dyonis Eßwein wird vor seinem Wegzug mit einem Abschiedsständchen des Chors geehrt.
Zudem einigt sich der Verein nach Jahren mit dem Kriegerverein und kauft dessen Theaterbühne für 35 Reichsmark. Zu Weihnachten wird darauf prompt das fünfaktige Stück „Der Schuss im Erlengrund“ aufgeführt.
1937 – Sportlicher Erfolg und Abschied von den Soldaten
Bei der Generalversammlung zieht die Vereinsführung eine positive Bilanz: Beim Turnfest in Lindach können drei Preise errungen werden. Das traditionelle Gartenfest im Garten des früheren Ortsvorstehers Eßwein, bei dem erstmals der neue NS-Erntekindergarten mitwirkt, muss wegen heftigen Starkregens abgebrochen werden.
Der herannahende Zweite Weltkrieg wirft seine Schatten voraus: Am 31. Oktober verabschiedet der Verein seine zum Militärdienst einrückenden Mitglieder mit einer emotionalen Feier, bei der auch der Männerchor ergreifende Abschiedslieder singt.
1938 – Heimatbesuch und politische Aufsicht
Ein freudiges Ereignis ist der Heimatbesuch des nach Amerika ausgewanderten Mitglieds Philipp Ziegler und seiner Frau Käthe, die ihren alten Vereinskameraden einen Besuch abstatten.
Gleichzeitig wird die Überwachung des Vereins durch den Staat verschärft: Dem Vereinsführer wird ein politischer Leiter an die Seite gestellt, der alle Beschlüsse absegnen muss. Die Partei bestimmt hierfür den Horner Oberlehrer Karl Hertrich.
1939 – Jugendtriumph und der Beginn von Kundgebungen
Während das Gartenfest im Juli sprichwörtlich im Regen ertrinkt, glänzt die Jugend im sportlichen Bereich: Beim Jugendturntag in Leinzell erturnen die Zöglinge die Plätze 1 bis 4. Auch die älteren Turner kehren erfolgreich aus Welzheim zurück.
Die Vereinskasse weist vor dem Kriegsausbruch ein Guthaben von 145,97 Reichsmark auf. Es wird die Einführung des „Sportgroschens“ und die Beschaffung einer Tragfahne beschlossen. Die Politik nimmt nun endgültig den Alltag ein: Der politische Leiter ordnet Pflichtschulungen an, und im Schlosshof werden fortan politische Kundgebungen abgehalten.
Die Kriegszeit
Der Verein ruht
In der NS Kriegszeit von 1940 – 1945 gibt es keine Eintragungen im Protokollbuch des Turnvereins.
Die Nachkriegszeit 1946 - 1949
1946 – Wiedererweckung aus den Ruinen
Nach den schweren Kriegsjahren wird der ruhende Turnverein am 8. Februar 1946 in der Unteren Wirtschaft zu neuem Leben erweckt. Die Versammlung gedenkt unter den Klängen des Liedes vom „Guten Kameraden“ der zahlreichen gefallenen und vermissten Mitglieder – der Verein hat ein Drittel seiner Mannschaft an der Front verloren. Zum 1. Vorstand wird Leonhard Holzschuh gewählt. Der Sportbetrieb läuft improvisiert an, da nur wenige versteckte Geräte (Reck, Barren, Kugeln, Hochsprungstange) den Krieg überstanden haben.
Um die Kasse zu füllen, organisiert der Verein als einer der ersten der Region einen Fastnachts-Dorfabend in der Schlosswirtschaft. Der prall gefüllte Saal bringt dringend benötigte Einnahmen, von denen der Verein sofort 50 Reichsmark an die Nothilfe spendet. Ein Ausflug ins Griesheimer Naturtheater stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Ein echtes Highlight ist der Sängerwettkampf im Juni in Göggingen: Trotz halber Mannschaftsstärke singt sich der Horner Chor unter Dirigent Felix Emer gegen den großen Sängerbund Göggingen zum umjubelten Sieg.
1947 – Großer Theatererfolg füllt die Vereinskasse
Mit einem mickrigen Startkapital von 129,50 Reichsmark lassen sich keine neuen Sportgeräte anschaffen. Die Rettung bringt eine alte Tradition: Der Verein beschließt, erstmals seit elf Jahren wieder Theater zu spielen. Am Stefanstag bringt das Ensemble das Schauspiel „Die Giftmischerin“ und das Lustspiel „Anton wird energisch“ auf die Bühne der Schlosswirtschaft.
Die Resonanz ist so überwältigend, dass im Januar und am Dreikönigstag zwei Zusatzvorstellungen gegeben werden müssen. Mit einem Erlös von stolzen 1085,50 Reichsmark aus den Eintrittsgeldern ist der finanzielle Grundstock für die Zukunft des Vereins gesichert.
1948 – Namensänderung zum TGV und 25-jähriges Jubiläum
Auf der Generalversammlung wird die enge Verknüpfung von Sport und Musik nun auch offiziell im Namen verankert: Der Verein heißt ab sofort „Turn- und Gesangverein Horn“ (TGV). Nach langen Debatten wird schließlich auch ein Fußball angeschafft – finanziert durch Lebensmittelspenden der Mitglieder.
Sein 25-jähriges Bestehen feiert der TGV mit einem feierlichen Kameradschaftsabend und einer Gedenkmesse in der Kirche, musikalisch umrahmt von Schuberts „Heilig“. Am Nachmittag siegen die Horner Fußballer im Derby gegen den FC Göggingen mit 4:2. Im Juni stellt sich der Männerchor beim Kritiksingen in Schwäbisch Gmünd den „Hohen Herren“ der Jury. Die kleine Kritik an der Betonung der Endsilben tut der Motivation jedoch keinen Abbruch.
1949 – Bescheidene Rückkehr auf den Turnplatz und Gartenfest
Nach langer Pause wagen sich die Horner Sportler wieder auf überregionales Terrain: Beim Kreisturnfest in Schorndorf sind die Ergebnisse zwar noch bescheiden, aber ein Anfang für die Jugend ist gemacht. Die Fastnacht wird ausgelassen in der Unteren Wirtschaft gefeiert, wo Alfons Schleicher unermüdlich zum Tanz aufspielt.
Im Sommer lädt der Verein zu einem großen Gartenfest in „Flores Garten“ ein. Nach einem festlichen Umzug vom Schulhaus herauf präsentieren die Gastchöre aus Heuchlingen, Leinzell, Schönhardt und Reichenbach sowie der eigene Männerchor vor herrlicher Kulisse ihr musikalisches Können. Ein geplantes Theaterstück für den Winter muss leider ausfallen, da kein passendes Skript rechtzeitig besorgt werden kann.
Die 50er Jahre
1950 – Hitzige Debatten und Vereinsjubiläen
Das Jahr ist geprägt von grundlegenden, teils hitzigen Aussprachen innerhalb der Turn- und der Gesangsabteilung. Vorstand Kaufmann mahnt am Ende der Versammlungen eindringlich zu mehr Zusammenhalt und Interesse für die „edle Sache“.
Der Verein pflegt seine Kontakte und besucht die Jubiläen der Vereine in Schönhardt, Heuchlingen, Leinzell und Reichenbach. Beim traditionellen Familienabend in der Schlosswirtschaft sorgt die Theatergruppe mit den schwäbischen Lustspielen „Dr Breschtlengsgockel“ und „2 Mugga auf oin Schlag“ für beste Unterhaltung.
1951 – Vereinsausflug und sportliche Provisorien
Der Horner Müller Hubert Brenner wird feierlich zum Ehrenmitglied ernannt. Ein gemeinsamer Omnibusausflug führt die Mitglieder durch die Städte Langenburg, Künzelsau, Waldenburg und Schwäbisch Hall – wobei auch die lokalen Wirtschaften nicht zu kurz kommen.
Die sportliche Infrastruktur bleibt unverändert: Als Turnplatz dient weiterhin der „Brechwasen“ oberhalb des Horner Weihers mit Reck, Barren und Turnpferd, der auch von der Volksschule genutzt wird. Die Fußballer tragen ihre Spiele derweil auf dem Sportplatz an der Lein aus.
1952 – Das vorläufige Ende des Chorgesangs
Die Gesangsabteilung schlittert in eine schwere Krise. Nachdem sich der über 20 Mann starke Männerchor einen hervorragenden Ruf ersungen hat, wird Dirigent Felix Emer von den Nachbarvereinen in Schechingen und Leinzell abgeworben. Die Suche nach einem dauerhaften Ersatz scheitert, weshalb der Chorgesang im Verein eingestellt werden muss; Bruno Emer hilft zuvor nur kurzzeitig aus.
Im sportlichen Bereich besucht Turnwart Paul Grimm seinen ersten Lehrgang, und beim Kreisturnfest in Winnenden sowie beim Gauturnfest in Bargau erzielen die Horner Turner schöne Erfolge, was als Ansporn für die Zukunft gefeiert wird. Zudem wird Anton Eßwein einstimmig zum Vereinsdiener gewählt.
1953 – Führungswechsel zum 30-jährigen Jubiläum
Ein Generationenwechsel an der Vereinsspitze bricht an: Anton Kaufmann legt sein Amt altershalber nieder, und Alfons Schleicher wird zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Das 30-jährige Bestehen des Vereins wird mit einem Gottesdienst, einer Totenehrung auf dem Friedhof sowie einer feierlichen Herbstfeier in der Schlosswirtschaft begangen.
Da der eigene Männerchor ruht, übernimmt der Horner Kirchenchor die musikalische Umrahmung der Feier. Neben zahlreichen Ehrungen bringt die Theatergruppe das Lustspiel „Dr Büttel von Bächleswies“ auf die Bühne. Sportlich gehen Alfons Schleicher und Anton Eßwein mit gutem Beispiel voran und erringen das erste Deutsche Sportabzeichen des Vereins.
1954 – „Fritz-Walter-Wetter“ und die Sehnsucht nach einem Sportplatz
Am historischen Tag des „Wunders von Bern“, als Deutschland Fußball-Weltmeister wird, trotzen die TGV-Turner Anton Eßwein, Alfons Schleicher und Otto Alka beim Gauturnfest in Steinheim dem wolkenbruchartigen Regen. Anton Eßwein wird bei der Hauptversammlung zum 1. Turnwart gewählt.
Da die Platzverhältnisse unzureichend sind, wird der Wunsch nach einem eigenen, dauerhaften Sportgelände laut. Der Verein leitet erste Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern ein und stellt einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei der Gemeinde. Für Faschingsstimmung im Saal sorgt Vorstand Alfons Schleicher höchstpersönlich an der „Quetsche“.
1955 – Miserable Bedingungen und das erste Landesturnfest
Die Übungsbedingungen in Horn sind schlecht: Da der Turnplatz und die Geräte marode sind, kann im Winter nur im Adlersaal des Patenvereins in Heuchlingen trainiert werden. Auf der Generalversammlung im Februar wird daher erstmals der Bau einer eigenen kleinen Turnhalle gefordert. Doch der sportliche Ehrgeiz bleibt ungebrochen: Erstmals in der Vereinsgeschichte nimmt der TGV an einem Landesturnfest (in Ulm) teil. Im leichtathletischen Dreikampf belegen Alfons Schleicher und Anton Eßwein gute Plätze im Mittelfeld.
Zudem schafft der Verein eine einheitliche Turnkleidung für die Aktiven an. Alois Vormann übernimmt das Training der Schülermannschaft und stiftet dem Verein einen Wurfspeer.
1956 – Keine Blasmusik, dafür sportlicher Aufwind
Der Ausschuss diskutiert intensiv über eine von Bruno Emer angeregte Gründung einer eigenen Musikkapelle innerhalb des Vereins. Die Generalversammlung entscheidet sich letztlich jedoch gegen die Aufnahme einer Musikabteilung.
Großzügig zeigt sich der TGV bei der Unterstützung der Gemeinde und genehmigt einen erheblichen Zuschuss zur Erneuerung des Kriegerdenkmals. Trotz der weiterhin schwierigen Bedingungen – der Sportplatz an der Lein steht regelmäßig unter Wasser – nehmen die Teilnehmerzahlen und Erfolge bei Wettkämpfen langsam wieder zu.
1957 – Schließung des Vereinslokals
Paul Grimm übernimmt das Amt des 1. Vorsitzenden von Alfons Schleicher, der fortan als Jugendturnwart fungiert. Als Abschiedsgeschenk überreicht der TGV dem scheidenden Vorstand einen dreiarmigen Leuchter. Der sportliche Aufwärtstrend setzt sich fort: Knapp 20 Aktive beteiligen sich an sechs Wettkämpfen.
Ein schwerer Einschnitt für das Vereinsleben ist die Schließung der Schlosswirtschaft, die seit der Gründung als Vereinslokal diente. Mangels eines geeigneten Saales können vorerst keine Theateraufführungen mehr stattfinden. Ein feierlicher Höhepunkt des Jahres ist die Teilnahme der Mitglieder an der Primiz von Heribert Dolderer.
1958 – Premiere beim Deutschen Turnfest in München
Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte: Zum allerersten Mal nehmen Sportler des TGV Horn an einem Deutschen Turnfest teil. In München gehen Josef Miksch (Fahnenträger), Anton Eßwein, Egon Kleinmann und Alfons Schleicher an den Start und erzielen beachtliche Platzierungen im Drei-, Fünf- und Sechskampf. Das Trio vertritt den Verein auch beim Landesturnfest in Heilbronn.
Auf regionaler Ebene glänzt der TGV beim Gauturnfest in Mögglingen mit 12 Teilnehmern, wobei Lorenz Kimmel als 1. Sieger hervorgeht. Im Oktober trauert der Verein um sein Ehrenmitglied und den langjährigen Schlosswirt Josef Emer. Zur Fastnacht beteiligt sich der TGV mit einem eigenen Festwagen am Umzug des Horner Musikvereins.
1959 – Lautstarker Ruf nach einem festen Dach
Die Generalversammlung verläuft laut Protokoll „sehr lebhaft“. Erneut stehen die unzureichenden Trainingsmöglichkeiten im Fokus. Turnwart Eßwein und Kinderturnwart Schleicher machen gegenüber Bürgermeister Dolderer deutlich, dass für den Übungsbetrieb zwingend ein überdachter Raum benötigt wird.
Ein sportlicher Triumph gelingt am Fronleichnamstag: Das traditionelle Fußball-Freundschaftsspiel gegen den Patenverein TV Heuchlingen können die Horner in diesem Jahr für sich entscheiden. Als die drei erfolgreichen Turner vom Landesturnfest in Heilbronn zurückkehren, werden sie am Ortseingang vom Musikverein und den Dorfbewohnern mit einer Siegesfeier im „Unteren Wirt“ empfangen.
Die 60er Jahre
1960 – Im Einsatz für das Dorf und Wetterpech
Das Jahr steht im Zeichen der Dorfgemeinschaft: Beim Gründungsfest des Musikvereins Horn packen alle verfügbaren TGV-Mitglieder tatkräftig mit an, übernehmen verschiedene Aufgaben und Turnwart Eßwein überreicht beim Festbankett ein Geschenk. Zudem beteiligt sich der Verein mit einem eigenen Festwagen am Umzug.
Weniger Glück hat der Verein mit dem Wetter und der Terminierung: Eine Wanderung auf das Himmelreich leidet unter der zeitgleichen Heuernte, und das traditionelle Gartenfest muss wegen eines heftigen Wolkenbruchs am Sonntag vorzeitig abgebrochen werden. Um den Trainingsbetrieb zu verbessern, wird eine neue Turnmatte bestellt und nach einer Lagermöglichkeit im Schulhaus gesucht.
1961 – Die erste Frau im Verein
Ein historischer Schritt: Mit Zita Röhrle tritt erstmals in der Vereinsgeschichte eine Frau dem TGV bei. Davon abgesehen verläuft das Vereinsjahr in sportlich gewohnten Bahnen mit den üblichen Wettkämpfen.
Für gute Stimmung sorgt eine Maiwanderung auf den Büchelberger Grat, auch wenn ein Sturm den frisch aufgestellten Maibaum schon nach wenigen Tagen beschädigt. Das spätere Gartenfest leidet erneut unter den Erntearbeiten der Landwirte und ist nur mäßig besucht – der Musikverein Horn zeigt sich bei der Abrechnung im Sinne der Kameradschaft jedoch sehr großzügig.
1962 – Umzug in den „Amboß“ und ein Zelt aus Stahlrohr
Die Generalversammlung findet in diesem Jahr erstmals in der Gaststätte „Amboß“ statt. Nach dem Landesturnfest in Göppingen kehren vier erfolgreiche Teilnehmer sowie zahlreiche Schlachtenbummler zurück nach Horn, wo sie vom Musikverein feierlich am Ortseingang empfangen und in die Untere Wirtschaft begleitet werden. Da Zita Röhrle wieder austritt, besteht der Verein vorerst wieder ausschließlich aus 55 männlichen Mitgliedern (beitrittsberechtigt ab 18 Jahren).
Eine logistische Neuerung gibt es beim Gartenfest: Erstmals kommt ein neu geschaffenes Festzelt aus Stahlrohr zum Einsatz, dessen Richtfest bei der Bierprobe vom 86-jährigen Zimmermann Karl Weller geleitet wird
1963 – 40 Jahre TGV und die Turnhallen-Debatte
In der Unteren Wirtschaft feiert der TGV sein 40-jähriges Jubiläum, feierlich umrahmt vom Musikverein sowie den noch lebenden Gründungs- und Ehrenmitgliedern. Sportlich glänzt der Verein auf breiter Front: Sechs Athleten reisen zum Deutschen Turnfest nach Essen, während beim Kinderturnfest in Heuchlingen gleich 26 Jugendliche antreten – Brunhilde Kohlroß sichert sich dabei den 1. Platz in der Leichtathletik-Oberstufe.
Hinter den Kulissen laufen die Planungen für eine eigene Turnhalle auf Hochtouren. Nach der Besichtigung einer Halle in Althütte herrscht im Ausschuss jedoch Uneinigkeit, woraufhin Schriftführer Ilg im Protokollbuch eindringlich mahnt: „Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit!“.
1964 – Rückschlag beim Hallenbau und sportlicher Nachwuchs
Der große Traum von der eigenen Turnhalle platzt vorerst: Der gemeinsam mit Architekt Wagner ausgearbeitete Bauplan für ein Grundstück im Unterdorf wird vom Kreisbauamt nach einer persönlichen Ortsbesichtigung offiziell abgelehnt.
Überschattet wird das Jahr zudem vom Tod des exzellenten Turnpioniers Bruno Emer, dem der Verein das letzte Geleit gibt. Für positive Nachrichten sorgt die Jugend: Beim Gaukinderturnfest in Mögglingen ist der TGV mit 21 Aktiven stark vertreten; Brunhilde Kohlroß und Monika Emer erringen in ihren Altersklassen jeweils den 1. Platz im Dreikampf.
1965 – Das Theater kehrt ins Schulhaus zurück
Ein musikalischer Erfolg der Nachbarn wird gebührend gefeiert: Der TGV empfängt den Musikverein mit der Fahne am Ortseingang, um dessen ersten Rang beim Bezirksmusikfest ausgiebig in der Unteren Wirtschaft zu begießen.
Nach elf Jahren Zwangspause wegen des geschlossenen Vereinslokals feiert das Horner Volkstheater eine umjubelte Rückkehr. Da kein Saal zur Verfügung steht, wird das Erfolgsstück „Der Büttel von Bächleswies“ unter der Regie von Alfons Schleicher kurzerhand im Schulhaus aufgeführt. Auf sportlicher Ebene glänzt Jürgen Kohlroß mit einem Sieg beim Gauturnfest in Böbingen, bei dem insgesamt 23 Horner Athleten antreten.
1966 – Alfons Schleichers erfolgreiche Nachwuchsarbeit
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des sportlichen Aufwärtstrends, der vor allem dem unermüdlichen Einsatz von Kinderturnwart Alfons Schleicher zu verdanken ist. Sein engagiertes Jugendtraining führt zu Rekordteilnehmerzahlen und schönen Erfolgen bei den Wettkämpfen.
Damit die Jugendlichen überhaupt an den Sportfesten und der Abnahme des Sportabzeichens teilnehmen können, organisiert Alfons private, kostenlose Fahrdienste. Da er zusätzlich auch noch als Theaterleiter fungiert, bedankt sich der Verein im Rahmen der Generalversammlung mit einem Präsent für sein außergewöhnliches Engagement.
1967 – Eine neue Ära: Amtswechsel und Rechtsfähigkeit
Die Generalversammlung in der Unteren Wirtschaft markiert den Beginn einer neuen Ära: In geheimer Wahl wird Anton Eßwein einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt, während Paul Grimm zum Ehrenvorstand ernannt wird. Der Verein lässt sich offiziell als „TGV, Turn- und Gesangverein 1923 e.V.“ ins Vereinsregister eintragen und erlangt damit die volle Rechtsfähigkeit. Prompt verzeichnet der TGV 16 Neuzugänge.
Da im Horner Schulhaus fortan nur noch Grundschüler unterrichtet werden, bauen der TGV und der Musikverein das Gebäude in Gemeinschaftsarbeit zum neuen Vereinsmittelpunkt um. Dabei wird auch die Theaterbühne komplett erneuert, auf der an Weihnachten das Stück „Der Ehrenkäser“ zur Aufführung kommt.
1968 – Die Reise nach Berlin und Großeinsatz im Dorf
Zehn Sportler des TGV reisen zum Deutschen Turnfest in das geteilte Berlin und kehren mit bleibenden Eindrücken und absolvierten Wettkämpfen zurück, wo sie daheim mit einem Ständchen des Musikvereins empfangen werden. Insgesamt zeigt sich der Verein extrem aktiv und beschickt über zehn regionale Wettkämpfe.
Bei der Fahnenweihe des Musikvereins Horn sind alle TGV-Mitglieder als Helfer eingespannt. In einer organisatorischen Meisterleistung erstellen die beiden Vereine für das Großereignis in Rekordzeit einen Zeltanbau, der künftig als eigenes Festzelt genutzt werden soll.
1969 – Das erste eigene Festzelt und ein Herz für die Kirche
Der im Vorjahr erstellte Zeltanbau wird in Kooperation mit dem Musikverein zu einem vollwertigen, eigenen Festzelt umgebaut und mit einem viertägigen Sommerfest eingeweiht – damit besitzt Horn als einzige Gemeinde der Umgebung ein eigenes Festzelt.
Auch der Wohltätigkeitsgedanke kommt nicht zu kurz: Bei einem Benefiz-Fußballspiel in Heuchlingen gegen eine Stuttgarter Firmenmannschaft müssen sich die Horner zwar den Fast-Profis der Stuttgarter Kickers mit 1:11 geschlagen geben, doch beim anschließenden vereinsinternen Duell (Ausschuss gegen Jugend) auf dem Platz an der Lein herrscht beste Stimmung. Dank starker Bewirtung können die Vereine 800 DM für die Renovierung der Horner Kirche überreichen. Zum Jahresausklang feiert eine Nachtwanderung mit Lagerfeuer erfolgreiche Premiere.
Die 70er Jahre
1970 – Zelt-Erweiterung und kühles Landesturnfest
Das im Vorjahr gezimmerte Festzelt wird direkt erweitert, um das Fassungsvermögen erheblich zu steigern. Das viertägige Sommerfest, das der TGV gemeinsam mit dem Musikverein in Hausmeisters Garten veranstaltet, wird so zu einem vollen Erfolg.
Auch eine feucht-fröhliche Gemeinschaftswanderung über Leinzell, Täferrot und den Rehnenmühlestausee nach Hönig und Frickenhofen stärkt die Kameradschaft. Beim Landesturnfest in Ludwigsburg herrschen derweil so kühle Temperaturen, dass kaum Bierdurst aufkommt – was laut den Teilnehmern wohl der Grund für die besonders guten Wettkampfergebnisse ist.
1971 – Närrische Tage und Schutz vor dem Wetter
Am Fastnachtswochenende bricht in Horn der Ausnahmezustand aus. Gemeinsam mit dem Musikverein stellt der TGV ein buntes Programm auf die Beine: Ein Faschingsball im Schulsaal mit der Band „The Tops“, die traditionelle Bockmusik am Sonntag und der abschließende Kinderfasching locken Jung und Alt an.
Weniger Wetterglück hat das Sommerfest: Dank des eigenen, stabilen Festzeltes haben die Besucher an allen vier kühlen Festtagen jedoch immer ein trockenes Dach über dem Kopf.
1972 – Die große Siegesserie und das „Kirchen-Tischtennis“
Ein sportliches Rekordjahr für den TGV: Völlig unerwartet sichert sich die Mannschaft den 1. Platz bei den Kreiswaldlaufmeisterschaften. Auch bei den Stuifenläufen holt die Jugend den Wanderpokal, und die 3x1000m-Staffel (Günther Schock, Franz Emer, Hubert Gütlin) qualifiziert sich in Frickenhausen für die Württembergischen Meisterschaften. Das Gauturnfest in Leinzell wird vollends zum Horner Triumph, als Franz Sachsenmaier, Winfried Gold und Günther Schock das gesamte Siegerpodest besetzen.
Für ein Schmunzeln im Dorf sorgt ab diesem Jahr die Tischtennis-Gruppe um Mitorganisator Alfons Hirschmiller. Die Meisterschaften im Schulhaus haben eine besondere Vorgeschichte: Seit den späten 60er Jahren nutzt die Truppe die Zeit des Sonntagsgottesdienstes für heimliche Matches – pünktlich zum Ausläuten steht man dann wieder brav und unschuldig vor der Kirche.
1973 – Das glanzvolle Jubiläum: 50 Jahre TGV
Der TGV Horn feiert sein 50-jähriges Bestehen, das als einer der absoluten Höhepunkte in die Vereinsgeschichte eingeht. Schriftführer Georg Eßwein zieht im Protokollbuch Bilanz von perfekt organisierten Festtagen. Ein glanzvoller Festabend mit zahlreichen Ehrungen und adretten Tanzeinlagen der Festdamen, eine feierliche Totenehrung auf dem Friedhof sowie ein bunter Festumzug, bei dem die Horner Mädels als Haremsdamen begeistern, prägen das Jubiläum.
Sportlich zeigt sich der Verein ebenfalls von seiner besten Seite: Gleich 15 aktive Mitglieder kämpfen beim Deutschen Turnfest im Stuttgarter Neckarstadion um Preis und Sieg.
1974 – Vom Skikurs im Hirtenteich zur Weinfahrt
Der Verein erweitert sein sportliches Angebot im Winter: Franz Kimmel, Wilhelm Seibold und Anton Eßwein organisieren einen Kinderskikurs samt packendem Abschlussrennen im Hirtenteich. Bei der Generalversammlung wird Philipp Sorg zum neuen Fahnenträger gewählt.
Das Sommerfest ist im wahrsten Sinne des Wortes „herbstlich“: Trotz Dauerregens und Kälte sorgt eine Zeltheizung für ein prall gefülltes Festzelt und beste Stimmung an allen vier Tagen. Zum Ausgleich im Herbst unternimmt der TGV eine feucht-fröhliche Busausfahrt ins Weinsberger Tal nach Willsbach.
1975 – Erste Frauengruppe und Premiere an der Lein
Die Hauptversammlung beschließt eine kulinarische Aufwandsentschädigung: Fahnenträger und Begleiter erhalten fortan pro Jahr zwei Glas Bier und ein Vesper. Mit Franz Kimmel wird zudem erstmals das Amt des Wanderwarts besetzt. Eine echte Bereicherung für den Verein gelingt Christine Schmutzert und Maria Haas, die die allererste Frauenturngruppe des TGV gründen.
Sportlich feiert das erste „Sportplatzfest“ auf dem Gelände an der Lein Premiere. Nach einem siegreichen Eröffnungsspiel gegen den SV Göggingen gibt es Salzkuchen und Bier. Obwohl das Fest nach einem spannenden Unentschieden zwischen Turn- und Musikverein wegen Starkregens abgebrochen werden muss, ist der Auftakt geglückt. Im Herbst folgt die erste mehrtägige Wanderausfahrt auf die Nagelfluhkette bei Immenstadt.
1976 – Steinstoßen und Investitionen in die Zukunft
Die sportliche Erfolgswelle reißt nicht ab: Magnus Ziegler siegt bei den Stuifenläufen, und Annette Miksch holt beim Gaukinderturnfest in Mögglingen den 2. Platz im Dreikampf der Schülerinnen. Das Horner Schulhaus wird renoviert, und der TGV nutzt die Gunst der Stunde, um 2.800 DM in dringend benötigte, neue Sportgeräte zu investieren.
Das zweite Sportplatzfest wird bei Kaiserwetter zu einem echten Publikumsmagneten. Absolutes Highlight ist der Wettbewerb im 15-kg-Steinstoßen, bei dem 26 Männer gegeneinander antreten – Hans Mader sichert sich mit spektakulären 6,24 Metern den Turniersieg.
1977 – Orientierungslauf und der Traum vom Jugendraum
Hans Hartmann entfacht im Verein eine riesige Begeisterung für eine neue Sportart: den Orientierungslauf. Manfred Haas holt hierbei prompt den 3. Platz bei den Schwäbischen Meisterschaften in Weingarten. Auch die Stuifenläufe werden von den Hornern dominiert (Siege durch Manfred Haas und Annette Miksch).
Neben der Teilnahme am Schwäbischen Turnfest in Heidenheim bringt sich der TGV mit einem aufwendigen Festwagen beim 100-jährigen Jubiläum des Sängerbundes Göggingen ein. Die Turnerfrauen organisieren zudem einen Adventsbazar im Schulhaus. Der Erlös soll in den Ausbau eines eigenen Jugendraums im Schulhaus fließen.
1978 – Liebesglück in Hannover und das erste Vatertagsturnier
Das Deutsche Turnfest in Hannover hält für die 11-köpfige Horner Delegation einige Überraschungen bereit. Neben der extremen Hitze, die manchen Turner samt Kleidung in der Badewanne übernachten lässt, sorgt eine nette Hannoveranerin dafür, dass die Gruppe zunächst mit einer Person weniger nach Hause reist – der elfte Mann kehrt erst ein paar Tage später zurück.
Der sportliche Ehrgeiz bleibt hoch: Die Aktiven erwerfen und erlaufen 15 Sportabzeichen und 19 Mehrkampfnadeln. Zudem wird auf dem Gögginger Sportplatz das erste Fußball-Vatertagsturnier ins Leben gerufen, an dem neben dem TGV drei namhafte Gmünder Vereine teilnehmen.
1979 – Der Wanderpokal bleibt für immer in Horn
Ein historischer Triumph bei den Stuifenläufen: Da der TGV Horn nach den Vorjahren auch in diesem Jahr die erfolgreichste Jugendmannschaft stellt, geht der begehrte Wanderpokal endgültig und fest in den Besitz des Vereins über. Auch der Orientierungslauf boomt: Der erste offizielle Lauf direkt in Horn lockt 21 Teilnehmer an und wird von Edmund Ziegler gewonnen.
Thomas Troschka siegt zudem beim Gauturnfest in Herbrechtingen. Mit 22 errungenen Sportabzeichen und 25 Mehrkampfnadeln katapultiert sich der kleine TGV beim bundesweiten Sportabzeichen-Wettbewerb des Deutschen Sportbundes auf den sensationellen 11. Platz – eine logistische Meisterleistung für einen Verein ohne eigenes Sportgelände.
Die 80er Jahre
1980 – Hitziger Ruf nach Veränderung und Theatererfolg
Die Generalversammlung verläuft extrem hitzig: Die Mitglieder fordern lautstark „energische Schritte“, damit Horn endlich ein eigenes Sport- und Festgelände erhält. Einstimmig wird beschlossen, ab sofort alle Hebel für dieses Ziel in Bewegung zu setzen.
Sportlich ist der TGV auf Rekordkurs und verbucht bei 9 leichtathletischen Wettkämpfen und 12 Orientierungsläufen durchweg beachtliche Erfolge. Die Wanderausfahrt führt die Jugend erstmals nach Schattwald ins Tannheimer Tal – trotz miserablen Wetters ein Erlebnis im Matratzenlager. An Weihnachten sorgt das Theaterstück „A Äffle für da Franz“ dank sechs neuer Nachwuchsspieler für einen vollen Erfolg im Schulhaus.
1981 – Brasilianischer Besuch im Dorf
Der traditionelle Kappenabend am Rosenmontag im Schulhaus reißt alle mit: Laut Protokollbuch wird an diesem Abend „kräftig über die Stränge geschlagen“. Die Maiwanderung fällt dagegen dem schlechten Wetter zum Opfer. Sportlich glänzt Martin Sorg mit einem Sieg bei den Stuifenläufen (Stefan Emer wird Dritter) und Annette Miksch wird Bergfestsiegerin in Hürben.
Ein Hauch von Internationalität weht durch Horn, als eine brasilianische Delegation des Württembergischen Landessportbundes den TGV besucht, um sich von den Horner Experten in Sachen Orientierungslauf (OL) schulen zu lassen. Ulrike Eßwein und Cornelia Elser dominieren hier das Feld und holen unter anderem die Württembergische Meisterschaft. Zum 75-jährigen Jubiläum des Schützenvereins Göggingen bringt sich der TGV zudem mit einem aufwendigen Festwagen ein.
1982 – Einsatz am Stausee und sportliche Rekorde
Bei der Einweihung des neuen Federbachstausees beweisen die beiden Horner Vereine echten Gemeinschaftsgeist: Sie stellen das gemeinsame Festzelt auf und übernehmen die komplette Bewirtung, wobei 60 % des Erlöses direkt an den Förderverein der Gemeindehalle Göggingen gespendet werden.
Die Orientierungsläufer knüpfen an ihre Erfolge an: Ulrike Eßwein und Joachim Schmid krönen sich in Baindt zu Württembergischen Meistern. Die Leichtathletik-Vereinsmeisterschaften brechen alle Rekorde: 40 Teilnehmer erkämpfen 30 Mehrkampfnadeln und 19 Sportabzeichen.
1983 – Einladung nach Frankfurt und historische Festumzüge
Das traditionelle Gartenfest in Hausmeisters Garten wartet am Sonntag mit einem packenden Steinstoßen auf, das Josef Bühlmaier für sich entscheidet. Fünf Horner Athleten reisen zum Deutschen Turnfest nach Frankfurt, während ein eigener Orientierungslauf im Dorf 39 Starter anlockt. Die OL-Spezialisten des TGV sind mittlerweile so stark, dass sie in den Bundeskader des Deutschen Turnerbundes berufen werden. Beim bundesweiten Sportabzeichen-Wettbewerb belegt der TGV den herausragenden 4. Platz.
Beim Gaukinderturnfest in Heuchlingen rückt der Verein mit 25 Kindern an und gratuliert zur neuen Sportanlage. Zudem nimmt der TGV mit einer historischen Gruppe am großen Festzug „1200 Jahre Mulfingen“ teil und veranstaltet im Schulhaus den ersten Preisbinokel.
1984 – Ein Funken Hoffnung und der „Wunderdoktor“
Auf der Generalversammlung keimt große Zuversicht auf: Bürgermeister Häberle äußert sich erstmals sehr optimistisch über die baldige Realisierung eines eigenen Horner Sportgeländes. Sportlich siegt Egon Kleinmann bei den Stuifenläufen in der Altersklasse Herren 45. Die Wintersportler zieht es zur Skiausfahrt nach Nesselwängle im Tannheimer Tal.
Die Fastnacht wird mit einer Maskenprämierung im Schulhaus gefeiert, gefolgt von zwei großen Wanderungen im Frühjahr zum Volkmarsberg und nach Lorch. An Weihnachten sorgt die Theatergruppe mit dem Stück „Der Wunderdoktor“ für strapazierte Lachmuskeln, während bei den Vereinsmeisterschaften 22 von 35 Sportlern das Deutsche Sportabzeichen erringen.
1985 – Einweihung der Gemeindehalle und Abschied vom Kassier
Die neu erbaute Gemeindehalle in Göggingen wird eingeweiht – der TGV Horn bereichert das Programm mit verschiedenen sportlichen Darbietungen. Ein historischer Wechsel vollzieht sich im Vorstand: Nach 28 Jahren vorbildlicher Arbeit wird Kassier Richard Gold feierlich verabschiedet; seine Frau Lidwina übernimmt nahtlos das wichtige Amt.
Bei den Gauhallenwettkämpfen in Heidenheim geht der TGV mit fünf Leichtathleten an den Start. Die Vereinsmeisterschaften erweisen sich mit 40 Teilnehmern und 19 errungenen Sportabzeichen erneut als voller Erfolg. Zudem blickt Wanderwart Georg Kaufmann stolz auf 10 Jahre verletzungsfreie Wanderausfahrten zurück und dankt dem Verpflegungsteam um Lore Häberle.
1986 – Der historische Spatenstich und das Rekord-Ostalb-Mädel
Ein Meilenstein ist erreicht: Am 23. Oktober 1986 erfolgt endlich der lang ersehnte erste Spatenstich für das neue Sport- und Festgelände oberhalb des Federbachstausees. Passend zum Aufschwung begrüßt der TGV mit Gerda Haas sein 200. Vereinsmitglied. Neun Sportler vertreten den Verein beim Landesturnfest in Friedrichshafen, und in der Gemeindehalle feiert der TGV seine erste eigene, hervorragend besuchte Tanzveranstaltung.
Am 2. Dezember leuchten die Kinderaugen, als der Nikolaus die jungen Sportler an der Horner Grotte besucht. Für eine Sensation sorgt die 9-jährige Sandra Eßwein: Sie holt als jüngste Sportlerin im gesamten Ostalbkreis das Deutsche Sportabzeichen und wird mit einem Pokal belohnt.
1987 – 400 Sportler zu Gast beim Jugendländervergleichskampf
Der TGV Horn beweist internationale Organisationsgröße: Gemeinsam mit dem TV Murrhardt richtet der Verein den Jugendländervergleichskampf im Orientierungslauf aus. Unter der Gesamtleitung von Hans Hartmann und der kulinarischen Meisterleistung des Küchenteams um Else Sorg und Lidwina Gold werden 400 Sportler tadellos verpflegt. Stefanie Eßwein und Angelika Elser krönen das Event mit dem 1. Platz bei den Württembergischen Mannschaftsmeisterschaften im OL.
Der Verein beteiligt sich zudem mit einer historischen Gruppe und der Fahne an der 750-Jahr-Feier in Heuchlingen. Im Schulhaus bringt die Theatergruppe das Stück „Der gute Ruf“ auf die Bühne, während die Mitglieder jede freie Minute auf der Großbaustelle des Sportplatzes verbringen.
1988 – Abschied von Hausmeisters Garten
Die Orientierungsläufer des TGV eilen von Sieg zu Sieg und füllen fast wöchentlich die Sportseiten der lokalen Presse – sie sind das absolute sportliche Aushängeschild des Vereins. Die Leichtathleten steuern 14 Sportabzeichen und 10 Mehrkampfnadeln bei. Im Schulhaus wird der traditionelle Binokel erstmals durch einen Preisskat abgelöst, und die rührigen Wanderwarte Georg Kaufmann und Josef Miksch organisieren fünf Tageswanderungen sowie eine große Bergtour auf den Bernhardus.
Ein emotionaler Moment dörflicher Transformation: Nach vielen Jahrzehnten findet das traditionelle Gartenfest des TGV zum allerletzten Mal im idyllischen „Hausmeisters Garten“ statt. Trotz mäßigen Wetters verabschieden Gäste aus nah und fern diesen historischen Festplatz gebührend.
1989 – Ein großer Tag: Einweihung des neuen Sportgeländes
„Gemeinsam angepackt – Beachtliches geschaffen!“ – unter diesem Titel feiert die Region ein echtes Horner Wunder. In einer beispiellosen Gemeinschaftsleistung erbringen die TGV-Mitglieder sage und schreibe 2.500 Stunden ehrenamtliche Eigenleistung für den Bau des neuen Sport- und Festgeländes am Federbachstausee. Die Gesamtkosten von rund 260.000 DM werden durch die Gemeinde Göggingen, den Landessportbund und eine enorme Spendenbereitschaft der Mitglieder gestemmt.
Vom 26. bis 29. Mai 1989 wird das neue Areal mit einem gigantischen viertägigen Zeltfest offiziell eingeweiht. Als bleibendes Symbol für diesen Triumph und die Verbundenheit zur Turnbewegung werden auf dem Gelände drei stolze Turnfesteichen gepflanzt, die zuvor vom Deutschen Turnfest aus Berlin mitgebracht wurden.
Die 90er Jahre
1990 – Sorgen im Jugendsport und heiße Zeltnächte
Die Generalversammlung bringt ernste Probleme auf den Tisch: Da die meisten Übungsleiter mittlerweile auswärts wohnen, droht der Draht zur Jugend verloren zu gehen. Das zeigt sich auch an den seit Jahren rückläufigen Zahlen in der Leichtathletik und bei den Turnfesten. Nach 32 Jahren im Ausschuss, davon 12 als Vize-Vorstand, wird Anton Ziegler zum Ehrenmitglied ernannt. Ein heftiger Frühjahrssturm zerstört zudem die geplante Feldscheuer von Ludwig Abele, die eigentlich zur Unterbringung der Rasenpflegegeräte gedacht war.
Für beste Stimmung sorgt hingegen das Gartenfest, das am Freitag eine Disco im Festzelt bietet – laut Protokoll geht es dort „die ganze Nacht heiß her“. Kulturell glänzt der Verein zweifach: Neben der Premiere des ersten Kindertheaters „Der kleine Zauberer“ strapazieren die Erwachsenen mit dem Stück „Der irre Theodor“ unter der Regie von Vorstand Anton Eßwein die Lachmuskeln der Zuschauer.
1991 – Politische Absagen und erfolgreiche Mitgliederwerbung
Das Jahr beginnt mit Einschränkungen: Wegen des Golfkriegs müssen der Kinderfasching und der Kappenabend abgesagt werden, als Ersatz findet im Schulhaus ein Film- und Dia-Abend statt. Die Wanderausfahrt zieht die Sportler ins Haus Michaelis nach Mellau.
Eine gezielte Mitgliederwerbung zeigt Wirkung: Immer mehr junge Leute finden den Weg zum TGV. Allerdings bleibt die Suche nach engagierten Übungsleitern für eine geplante Leichtathletikgruppe weiterhin eine Herausforderung. Um der Jugend mehr Gehör zu schenken, wählt die Versammlung mit Joachim Schmid und Wolfgang Werner erstmals zwei offizielle Jugendvertreter in den Ausschuss. Das traditionelle Gartenfest knüpft an die Erfolge der Vorjahre an.
1992 – Starker Mitgliederzuwachs und Heuchlinger Gastfreundschaft
Der Aufwärtstrend bei den Mitgliederzahlen hält an: Der TGV zählt mittlerweile stolze 257 Personen. Zum 70-jährigen Bestehen des Patenvereins TV Heuchlingen, der auch das Gaukinderturnfest ausrichtet, reisen die Horner in großer Zahl an. Da der Heimweg zu vorgerückter Stunde für manchen etwas zu beschwerlich wird, beschließen einige TGV-Mitglieder kurzerhand, direkt in Heuchlingen zu übernachten.
Die Kooperation zwischen Schule und Verein wird bei einer Informationsveranstaltung in der Gemeindehalle durch Übungsleiterin Christine Fankhänel erfolgreich präsentiert. Die Theaterabteilung blickt ebenfalls auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Während die Kinder das Stück „Bitte nicht stören“ aufführen, glänzen die Erwachsenen im Januar mit dem Lustspiel „Die Schlafkrankheit“.
1993 – 70 Jahre TGV und Ehrung eines Urgesteins
Der TGV Horn feiert sein 70-jähriges Bestehen mit einem großen dreitägigen Zeltfest. Im Zuge zahlreicher Ehrungen ragt eine ganz besondere Auszeichnung heraus: Das Gründungs- und Ehrenmitglied Franz Kaufmann sen. wird für seine außergewöhnliche, 70-jährige Treue zum Verein geehrt.
Der TGV bleibt attraktiv und kann im Jubiläumsjahr 16 Neuzugänge verzeichnen. Während Nadine und Hans Mader eine sportliche Skiausfahrt ins Pitztal organisieren, zieht es die Turner zum Landesturnfest nach Ludwigsburg. Zum Jahresausklang begeistert die Laienspielgruppe das Publikum im Schulhaus mit dem Stück „Heirat nicht ausgeschlossen“.
1994 – Aufschwung für die Frauen, Tiefpunkt für die Jugend
Eine Bereicherung für das sportliche Angebot gelingt Rita Alka und Claudia Ziegler, die die neue Sportgruppe „Fitness und Aerobic für Frauen“ ins Leben rufen. Zum Deutschen Turnfest in Hamburg reist der TGV mit der historischen Rekordbeteiligung von 18 Athleten – nach den harten Wettkämpfen wird die Leistung gebührend auf St. Pauli gefeiert.
Einen bitteren Tiefpunkt erlebt dagegen das Kinderturnen: Erstmals nimmt kein einziger Horner Sportler am Gaukinderturnfest teil, was die Dringlichkeit der Übungsleitersuche untermauert. Ein voller Erfolg wird hingegen das Wintertheater: Das Stück „Heiße Nacht und kalte Dusche“ muss wegen des enormen Andrangs dreimal vor ausverkauftem Schulhaus aufgeführt werden.
1995 – Ein Wort vom Landrat und ein Kriminal-Volltreffer
Vorstand Anton Eßwein kämpft unermüdlich und mit tatkräftiger Unterstützung von Bürgermeister Walter Weber für den Bau eines eigenen Vereinsheims. Der Durchbruch gelingt beim Besuch von Landrat Pavel in Göggingen, der noch am selben Abend seine mündliche Zusage für das ambitionierte Bauvorhaben erteilt. Parallel dazu renovieren der Musikverein und der TGV in Gemeinschaftsarbeit einen Teil des Schulhauses.
Auch sportlich geht es wieder aufwärts: Unter der neuen Übungsleiterin Nadine Mader nehmen acht Horner Jugendliche erfolgreich am Gaukinderturnfest in Wißgoldingen teil. Während Engelbert Kienzle die erste Wanderausfahrt nach St. Valentin am Reschensee (Südtirol) organisiert, landet die Theatergruppe mit der Kriminalkomödie „Der schwarze Koffer“ einen echten Volltreffer, der viermal aufgeführt werden muss. Die kleinen Schauspieler zeigen ihr Können im Stück „Schon wieder dieser Buckli“.
1996 – Investition in ein neues Festzelt und bürokratische Hürden
Nachdem sich im Vorjahr ein Helfer beim Aufbau verletzt hatte, zieht der Verein die Konsequenzen: Das alte Holzzelt hat endgültig ausgedient. Für stolze 50.000 DM schafft der TGV ein modernes, eigenes Festzelt an. Um die Infrastruktur am Festplatz weiter zu verbessern, verlegen die Mitglieder in Eigenleistung eine Drainage. Weniger flüssig laufen die Vorbereitungen für das Vereinsheim: Das Genehmigungsverfahren sorgt für extreme bürokratische Schwierigkeiten.
Sportlich feiert die Orientierungslauf-Abteilung grandiose Erfolge, als Simon und Markus Haas die Baden-Württembergischen Mannschaftsmeisterschaften gewinnen. Auch beim Gaukinderturnfest in Böbingen ist der TGV mit 15 Jugendlichen zurück in der Spur – Michael Sigle holt dabei mit starken 4,51 Metern im Weitsprung die Höchstpunktzahl. Ein starkes Team vertritt den TGV zudem beim Landesturnfest in Ulm.
1997 – Ein musikalisches Experiment und sportliche Spitzenplätze
Der TGV wagt in der Gögginger Gemeindehalle ein echtes Experiment und landet einen sensationellen Erfolg: Die Verpflichtung der überregional bekannten Schlagerband „Harry Heister und die Gelbstrahler“ sorgt schon Stunden vor Beginn für lange Besucherschlangen. Der Freizeitsport und die Mitgliederzahlen im Jugendbereich entwickeln sich blendend. Die Planungen für das anstehende 75-jährige Jubiläum und das Vereinsheim laufen auf Hochtouren.
Auch als Ausrichter zeigt sich der TGV von seiner besten Seite und organisiert die Baden-Württembergischen Einzelmeisterschaften im Orientierungslauf in Rübgarten. Simon Haas nutzt den Heimvorteil perfekt und krönt sich vor heimischer Kulisse zum Sieger. Die Turnerfrauen engagieren sich derweil mit einem Adventsbazar im Schulhaus, dessen Erlös für die Einrichtung eines Jugendraums gedacht ist.
1998 – Das Jahr der vier großen Höhepunkte
Das Jahr 1998 geht als eines der ereignisreichsten in die Vereinsgeschichte ein, denn es bringt gleich vier absolute Meilensteine mit sich:
Im Mai reist der TGV mit einer über 20-köpfigen Delegation zum Deutschen Turnfest nach München, das allen in bester Erinnerung bleibt.
Im Juni feiert der Verein mit einem grandiosen, viertägigen Festbetrieb sein 75-jähriges Bestehen, bei dem auch ein feierlicher Festgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder abgehalten wird.
Nur wenige Tage nach den Jubiläumsfeierlichkeiten erhält der glückliche Vorstand endlich die offizielle Baufreigabe für das neue Vereinsheim.
Den sportlichen Glanzpunkt setzt Simon Haas, der in Quedlinburg sensationell Deutscher Jugendmeister im Orientierungslauf wird.
1999 – „Motoren an“: Der lang ersehnte Spatenstich
Ein historischer Moment auf der Baustelle am Federbachstausee: Unter den Augen der Presse gibt der 2. Vorsitzende Joachim Schmid das Signal „Motoren an“, woraufhin Klaus Röhrle den Bagger startet und den ersehnten Spatenstich für das neue Vereinsheim vollzieht. Die Kosten für das Großprojekt werden von Architektin Cornelia Messner auf knapp 500.000 DM geschätzt. Vorstand Anton Eßwein muss das emotionale Ereignis krankheitsbedingt leider aus dem Krankenhaus verfolgen, sieht seinen großen Lebenstraum aber endlich Realität werden.
Abseits der Baustelle zeigt der TGV starke Präsenz beim Kreisfeuerwehrfest zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr Göggingen: Der Verein bereichert den Festzug mit mehreren Gruppen und zwei Festwagen, und die Wandergruppe sorgt am Abend mit spontanen Gesangseinlagen für ausgelassene Stimmung im Festzelt.
Der Jahrhundertwechsel - eine neue Ära für den Verein
2000 – Die Geburtsstunde der „Horner Hütte“ und die Rückkehr des Gesangs
Ein historischer Moment für die Dorfgemeinschaft: Nach siebzehnmonatiger Bauzeit und über 10.000 ehrenamtlichen Stunden in völliger Eigenregie vollenden die Mitglieder das neue Vereinsheim, das feierlich den Namen „Horner Hütte“erhält. Damit besitzt Horn nach Jahren ohne Gaststätte wieder eine eigene Kneipe und einen zentralen Treffpunkt.
Passend dazu erwacht eine alte Tradition zu neuem Leben: Nach fast 50 Jahren Pause wird wieder eine Gesangsgruppe unter der Leitung von Franz Kaufmann (musikalische Leitung: Edmund und Michael Stößl) gegründet, die sich alle zwei Wochen in der Hütte trifft. Auch das sportliche Angebot wächst: Claudia Wörner und Manuela Krieg etablieren eine neue, sofort stark frequentierte Volleyballgruppe in der Gögginger Gemeindehalle.
2001 – Rekordkulisse, Mostprämierung und Jubel in Oberstdorf
Die Generalversammlung verzeichnet mit 111 Besuchern einen absoluten Vereinsrekord – im Rahmen der Sitzung werden Bruno Schleicher, Reinhold Schmid und Richard König für ihren herausragenden Einsatz beim Vereinsheimbau zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Geselligkeit blüht in der Horner Hütte auf, sei es bei der ersten Mostprämierung mit 27 Teilnehmern (Sieger: Bernhard Kaufmann) oder einem gut besuchten Wildessen. Der Musikverein wird nach einem erfolgreichen Wertungsspiel mit einer Abordnung und einem Sektumtrunk empfangen.
Sportlich schließt das Jahr mit einem echten Highlight: Eine organisierte Busfahrt führt die Horner zum Auftakt der Vierschanzentournee nach Oberstdorf, wo sie Sven Hannawald lautstark zum Grundstein seines späteren Gesamtsieges peitschen.
2002 – Jazz-Tanz und die Premiere des Horner Oktoberfests
Der TGV bleibt in Bewegung und gründet unter der Leitung von Adelaide Stadelmaier eine neue Jazz-Tanz-Gruppe. Um die Fest-Infrastruktur weiter zu verbessern, wird auf dem Gelände eine neue Gerätehütte zur Unterbringung des vereinseigenen Festzeltes errichtet.
Da traditionelle Musikveranstaltungen in der Halle immer weniger Zuspruch finden, wagt der Verein inspiriert von einem München-Ausflug ein neues Experiment: Am Tag der Deutschen Einheit steigt das 1. Horner Oktoberfest. Der Besucherandrang im Festzelt ist überwältigend, und Attraktionen wie Maßkrugstemmen oder Baumstammsägen sorgen für eine riesige Gaudi.
2003 – Generationenwechsel, 80 Jahre TGV und ein schwarzer Tag
Die Generalversammlung im Januar markiert das Ende einer Ära: Nach 36 Jahren als Vorsitzender übergibt der tief verwurzelte Anton „Done“ Eßwein das Amt an den erst 23-jährigen Timo Beisswenger. Die junge Führungsmannschaft setzt direkt Akzente, beschließt den Bau eines Beachvolleyballfeldes und richtet die WM-Qualifikation im Orientierungslauf aus. Im Juni wird zum 80-jährigen Jubiläum die aufwendig restaurierte Vereinsfahne von 1927 neu geweiht.
Am 20. September 2003 bricht jedoch ein schwarzer Tag an: Völlig überraschend stirbt Anton Eßwein im Alter von 68 Jahren bei einem Sportkongress an Herzversagen. Die Fassungslosigkeit im Dorf ist riesig. Unter den Klängen des Turnerliedes „Turner, auf zum Streite“ trägt die Vorstandschaft ihren Ehrenvorsitzenden zur letzten Ruhe. Sein plötzlicher Tod schweißt die Mitglieder für die Zukunft noch enger zusammen.
2004 – Gaukinderturnfest dahoam und sportliche Spitzenplätze
Der TGV Horn glänzt in diesem Jahr als sportlicher Großveranstalter: Erstmals richtet der Verein in der Gögginger Gemeindehalle den Gauturntag des Turngaus Ostwürttemberg aus und begrüßt unter anderem DTB-Präsident Reiner Brechtken. Das absolute Highlight folgt im Sommer, als der TGV gemeinsam mit dem Patenverein TV Heuchlingen das Gaukinderturnfest ausrichtet und das Horner Sportgelände in die Wettkampfstätten integriert.
Beim Heimwettkampf springen feierliche Podestplätze für Max Beisswenger (3. Platz) sowie Jasmin und Melanie Troschka (beide 1. Platz) heraus. Zudem übernimmt der TGV die Verantwortung für den Orientierungslauf bei den Deutschen Meisterschaften der Gruppenwettkämpfe in Aalen.
2005 – Neue Hallen, neue Homepage und Kreismeistertitel
Die sportliche Infrastruktur in der Gemeinde verbessert sich durch die Einweihung der neuen Gymnastikhalle in Göggingen erheblich, wo sogleich die neue Gruppe „Männer Fit“ unter der Leitung von Claudia Wörner an den Start geht. Der Verein geht mit der Zeit und schaltet seine erste eigene Homepage www.tgv-horn.de online. Um den Festplatz langfristig abzusichern, erwerben der TGV und der Musikverein gemeinsam die Wiese oberhalb der Horner Hütte vom Wasserverband.
Beim 100-jährigen Jubiläum des Schützenvereins Göggingen ist der TGV mit einer großen Fußtruppe vertreten. Sportlich sorgt die Leichtathletik für Schlagzeilen: Melanie Troschka und Felix Gütlin krönen sich zu Kreismeistern. Über 40 Mitglieder reisen zudem zu einer unvergesslichen Woche beim Deutschen Turnfest in Berlin.
2006 – Premiere des Familiensporttags
Unter dem einladenden Motto „Sport im Verein macht Spaß“ veranstaltet der TGV erstmals einen bunten Familiensporttag auf dem eigenen Sportgelände, an dem sich alle Abteilungen mit Vorführungen beteiligen. Bei der Generalversammlung übernimmt Uli Kimmel den Posten des 2. Vorsitzenden.
Die traditionelle Wanderausfahrt feiert ihr 30-jähriges Jubiläum und führt die Gruppe ins Württemberger Haus nach Hirschegg im Kleinwalsertal, während 30 Sportler das Turnfest in Heidelberg besuchen. Um das Erbe des verstorbenen Vorstands zu ehren, wird bei der Nikolausfeier erstmals der Anton-Eßwein-Gedächtnispokal an den Sportler des Jahres verliehen.
2007 – Abschied vom letzten Pionier und Leichtathletikgemeinschaft
Ein emotionaler Abschied: Mit Hugo Eßwein verstirbt das allerletzte noch lebende Gründungsmitglied aus dem Jahr 1923. Auf sportlicher Ebene geht der Verein neue, zukunftsträchtige Wege und gründet mit dem Patenverein TV Heuchlingen eine offizielle Leichtathletikgemeinschaft (LG). Die Sportler trainieren fortan zusammen und treten gemeinsam bei Wettkämpfen wie den Kreiswaldlaufmeisterschaften an.
Die Kooperation trägt Früchte: Felix Gütlin wird Kreismeister in der Leichtathletik, Melanie Troschka siegt bei den Stuifenläufen, und 30 Jugendliche halten die Horner Farben beim Gaukinderturnfest in Mögglingen hoch. Ein Einbruch in der Horner Hütte hinterlässt zum Glück nur geringen Sachschaden.
2008 – Das Horner Orchester-Wunder beim Oktoberfest
Der Musikverein Horn feiert sein 50-jähriges Bestehen, und der TGV gratuliert gebührend: Beim Jubiläumskonzert überrascht die TGV-Gesangsgruppe den Jubilar mit einem riesigen Chor aus über 50 Sängern, und am Festumzug beteiligt sich der Verein mit einem kreativen Festwagen zum Thema „Olympia“. Während die Skiausfahrt wegen heftiger Stürme ausfällt, sorgt die Wanderausfahrt nach Balderschwang mit einem nächtlichen Bad im Schwimmteich für Gesprächsstoff.
Kurios und legendär wird das diesjährige Oktoberfest: Da die gebuchte Gussenstädter Blasmusik versehentlich das Jahr verwechselt hat und nicht erscheint, formiert sich im vollen Zelt in Windeseile eine improvisierte Kapelle aus herbeigeeilten Musikern der gesamten Umgebung. Unter dem Dirigat von Albert Hieber feiert das Publikum auf den Bänken stehend das musikalische Rettungswunder.
2009 – Neue Strukturen und Investitionen in die Zukunft
Die Generalversammlung verabschiedet einstimmig eine komplett neue Vereinssatzung. Gleichzeitig wird das sportliche Profil durch die neue Gruppe „FrauenAktiv“ unter der Leitung von Claudia Kimmel geschärft. Um der Jugend mehr Verantwortung zu übertragen, gründet der TGV erstmals einen eigenen Jugendausschuss mit Christoph Kaufmann als Jugendleiter.
Auch handwerklich wird wieder rangeklotzt: In rund 300 ehrenamtlichen Arbeitsstunden erneuern die Mitglieder den Abwasserkanal der Horner Hütte und zimmern gemeinsam mit dem Musikverein eine neue Festtheke. Ein feierlicher Höhepunkt des Jahres ist die Verleihung der Theodor-Georgi-Plakette an Hans Hartmann für seine jahrelangen, herausragenden Verdienste um den Turngau.
2010er Jahre
2010 – Hüttenjubiläum und sportliche Auszeichnungen
Die „Horner Hütte“ feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass ruft der TGV gemeinsam mit dem Albverein Heuchlingen und der Skizunft Leinzell die „3 Hüttentour – Wandern rund ums Leintal“ ins Leben. Hand angelegt wird bei der Erneuerung der unteren Parkplatzfläche, die durch schwere Geräte im Festbetrieb ramponiert worden war.
Sportlich glänzt der TGV auf ganzer Linie: Vom Turngau Ostwürttemberg gibt es die Auszeichnung „Aktiver Verein“. Zudem siegen die Horner beim 11-Meter-Turnier in Göggingen sowie beim Völkerballturnier in Königsbronn. Beim Landesturnfest in Offenburg fordert ein harter Triathlon den Athleten alles ab, während die Maiwanderung ganz im Zeichen eines dörflichen „Babybooms“ steht.
2011 – Internationales Lob beim Orientierungslauf
Ein emotionaler Kulturmoment glückt der Gesangsabteilung, die beim Konzert des Musikvereins stolz das Horner Heimatlied präsentiert. Das sportliche Portfolio wird durch den Kurs „Fit in den Frühling“ unter der Leitung von Christine Fankhänel erweitert.
Als Gastgeber läuft der TGV zur Höchstform auf: Mit der Ausrichtung des Jugendländervergleichskampfs im Orientierungslauf stemmt der Verein eine sportliche Großveranstaltung. Die zahlreichen Läufer aus der ganzen Bundesrepublik werden unter anderem in der Leinzeller Sporthalle untergebracht und sparen nicht mit großem Lob für die perfekte Horner Organisation.
2012 – Das historische „Gaukinderturnfest 2.0“ dahoam
Zum zweiten Mal nach 2004 richten der TGV Horn und der TV Heuchlingen gemeinsam das Gaukinderturnfest aus. Mit 64 jungen Athleten stellt der TGV die zweitgrößte Teilnehmergruppe des gesamten Turniers. Der Heimvorteil beflügelt den Nachwuchs: Sensationelle 21 Horner schaffen den Sprung aufs Treppchen, darunter werden 8 stolze Turnfestsiege gefeiert – ein großartiger Lohn für die jahrelange, hervorragende Arbeit der Übungsleiter. Am Abend wird der Erfolg im Festzelt gebührend begossen.
Zudem verbucht die Skiabteilung mit knapp 100 Skifahrern einen historischen Teilnehmerrekord, das Landesturnfest in Heilbronn wird besucht, und Claudia Kimmel etabliert die neue Gruppe „Power Gymnastik“ für Frauen.
2013 – Neun Jahrzehnte TGV: Ruhig, nachdenklich und dankbar
Seinen 90. Geburtstag feiert der Verein ganz bewusst im Zeichen der Besinnung und Dankbarkeit. Das Jubiläum beginnt mit einer Totenehrung auf dem Friedhof, gefolgt von einem feierlichen Sportlergottesdienst, den die aktiven Mitglieder gemeinsam mit den Pfarrern Weiß und Bauer gestalten. Im Anschluss zieht die Gemeinde auf einem fackelbeleuchteten Weg zum Schulhaus, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Zum bleibenden Gedenken wird auf dem Staudamm ein von Otto Müller gestaltetes Wegkreuz errichtet.
Abseits des Jubiläums reisen 17 Teilnehmer zum Deutschen Turnfest in die Rhein-Neckar-Metropole. Ein „Drums-Alive“-Auftritt von Männer-Fit und Frauenturnen sorgt bei der Nikolausfeier für tosenden Applaus, und Achim Lanz referiert beim Infoabend „Rund ums Rad“.
2014 – Comeback der Nachtwanderung und Furore in Bettringen
Nach über 20 ununterbrochenen Jahren bleibt der Vorhang der „Horamer Schualhaus Behne“ im Winter ausnahmsweise geschlossen – die Theaterspieler haben ihre Kräfte in diesem Jahr verstärkt in die Vereins-Nachwuchsarbeit gesteckt. Dafür feiert die traditionelle Nachtwanderung nach elf Jahren Pause ein erfolgreiches Comeback. Die Jazzmädels begeistern das Publikum bei der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd am „Gögginger Tag“.
Auf sportlicher Ebene werden Christine Fankhänel und Ursula Eßwein zu Ehrenmitgliedern ernannt, und der Verein spendet für die Hilfsaktion „Delphin Nogli“. Beim reaktivierten Gauturnfest für Erwachsene in Bettringen sorgen die von Hans Hartmann vorbereiteten Horner Herren – insbesondere beim Staffellauf, Weitsprung und Kugelstoßen – für mächtig Furore. Bei den Stuifenläufen triumphieren Alexander Haas und Ramona Emer.
2015 – Glanzpunkt beim großen Gemeindejubiläum
Die Gemeinde Göggingen feiert ihr 750-jähriges Bestehen – und der TGV Horn prägt das Festwochenende entscheidend mit. Sowohl im Festbetrieb als auch beim großen Umzug ist der Verein bärenstark vertreten. Die Horner präsentieren mehrere beeindruckende Festwagen, die das Horner Schloss im Dornröschenschlaf, die Schlosskirche sowie das alte Schulhaus inklusive historischem Klassenzimmer und integrierter Theaterbühne zeigen. Auch die traditionelle Maibaum-Präsentation erntet viel Applaus.
Parallel dazu beweisen die TGV-Jugendlichen echten Bürgersinn und organisieren erstmals eine erfolgreiche Dorfputzede, um Horn und die Natur vom Müll zu befreien.
2016 – Die 500er-Marke geknackt und Aufbruch zum neuen Sportplatz
Ein historischer Mitgliederboom beschert dem TGV ein dickes Plus: Mit 39 Neueintritten knackt der Verein die magische Grenze und begrüßt Martin „Raabi“ Raab als 500. Vereinsmitglied. Weniger Glück hat der Verein mit dem Wetter: Der heiß ersehnte Ortsteil-Sporttag (Oberdorf gegen Hinterdorf, Unterdorf und Auswärtige) fällt dauerhaften Juni-Regenfällen und eisigen Temperaturen zum Opfer.
Unterdessen legt Hans Hartmann erfolgreich die Prüfung zur Abnahme des Deutschen Sportabzeichens ab, womit diese Tradition beim TGV nach Jahren der Pause wiederbelebt wird. Hermann Sachsenmaier wird zum Ehrenmitglied ernannt. Weil die aktuellen Trainingsbedingungen jedoch nicht mehr ausreichen, laufen in diesem Jahr die offiziellen Planungen für ein modernes Sportgelände an. Zum Landesturnfest nach Ulm reist eine 16-köpfige Riege – mit dabei ist auch das 89-jährige Urgestein Alfons Schleicher.
2017 – Ein 90-jähriger Turner in Berlin und grünes Licht für das Sportfeld
Das Deutsche Turnfest in Berlin wird für den TGV zum unvergesslichen Generationentreffen: Der knapp 90-jährige Ehrenvorstand Alfons Schleicher absolviert souverän seinen Leichtathletik-Dreikampf und wird als drittältester Teilnehmer des gesamten Turnfests gefeiert. Am Abend lauscht die Jugend im Quartier gebannt seinen Geschichten. Hans Hartmann krönt die Reise in der Hauptstadt mit dem Turnfestsieg im Orientierungslauf seiner Altersklasse. Bei der Heimkehr wartet bereits der Musikverein mit einem feierlichen Ständchen.
Auch auf Landesebene ist der TGV aktiv und schickt 52 Sportler zum Gauturnfest nach Bargau sowie 20 Athleten zum Landesturnfest nach Ravensburg. Die OL-Abteilung feiert ihr 40-jähriges Bestehen mit Jubiläumsläufen in Bartholomä und Lorch. Die beste Nachricht des Jahres kommt jedoch von der Gemeinde: Die offizielle Baufreigabe für das neue Universalsportfeld wird erteilt.
2018 – Einweihung des neuen Sport-Eldorados und hohe Auszeichnungen
Der 17. Juni 2018 geht als zukunftsweisender Meilenstein in die Vereinsgeschichte ein: Nach nur sieben Monaten Bauzeit wird das neue Sportgelände offiziell eingeweiht. Entstanden ist ein hochmodernes Kunstrasen-Universalspielfeld inklusive Weitsprunganlage, Sprintbahn und Flutlicht. Die Baukosten von 165.000 € werden durch die Gemeinde (43.000 €), den Landessportbund (27.000 €) und eine überwältigende Spendensumme der Mitglieder und Partner (12.000 €) finanziert. Die Einweihung wird bei Kaiserwetter mit einer Sportplatzweihe durch Pfarrer Fetzer, einem Match gegen die Ostalb-Bürgermeisterelf und einem Dorfwettkampf zelebriert.
Eine Woche später feiert die erste 12-Stunden-Wanderung auf Initiative von Achim Lanz Premiere. Administrative Meilensteine werden mit der Eröffnung der neuen TGV-Geschäftsstelle im Hinterdorf gesetzt. Zudem wird Hans Hartmann vom Schwäbischen Turnerbund mit der renommierten Rudolf-Spieth-Medaille geehrt. Dank der fundierten Ausbildung von Claudia Kimmel wird dem TGV für die Kurse „MännerFit“ und „FrauenAktiv“ das Prädikat „Pluspunkt Gesundheit“ von Turngau und AOK verliehen.
2019 – Vorbildlicher Jugendschutz und Sprung aufs Sportabzeichen-Podest
Der TGV setzt gesellschaftliche Maßstäbe und entwirft ein eigenes, umfassendes Jugendschutzkonzept, um allen Mitgliedern ein sicheres und geschütztes Vereinsumfeld zu garantieren. Kulturell begeistert die gemeinsame Showtanzgruppe des TV Heuchlingen und TGV Horn bei der Sportgala „Spektakel am Nachmittag“ im vollbesetzten Gmünder Stadtgarten und wird vom Turngau ausgezeichnet. Hans Elser wird für seine langjährigen Dienste als Wanderwart zum Ehrenmitglied ernannt.
Mit Blick auf die Zukunft nehmen TGV-Verantwortliche am STB-Zukunftsworkshop „Sportverein 2030“ teil. Der Zusammenhalt zeigt sich auch optisch: Über 200 Mitglieder bestellen die neue, einheitliche TGV-Sportkleidung. Ein riesiger sportlicher Erfolg gelingt beim Sportabzeichen-Wettbewerb: Der Sportkreis Ostalb zeichnet den TGV Horn mit 43 bestandenen Prüfungen als drittbesten Verein der gesamten Region aus. In den Sommermonaten etabliert sich zudem ein gemütlicher Sportfrühschoppen auf dem neuen Sportgelände.
2020er Jahre
2020 – Das ausgebremste Hüttenjubiläum im Zeichen der Pandemie
Das Jahr startet vielversprechend: Die „Horner Hütte“ feiert ihr 20-jähriges Bestehen, und ein prall gefüllter Aktionskalender mit Mitsingabenden, schwäbischer Comedy und Halloweenpartys steht bereit. Nach einer erfolgreichen Generalversammlung im Januar und dem traditionellen Kappenabend an Fastnacht kommt jedoch alles anders: Das Coronavirus legt das öffentliche Leben und den gesamten Vereinsbetrieb schlagartig lahm. Reihenweise müssen alle Termine und Feste abgesagt werden, und die Ausschusssitzungen verlagern sich dauerhaft in den virtuellen Raum.
Ein kleiner Lichtblick gelingt in den Sommermonaten: Dank eines aufwendigen Hygienekonzepts können die Horner Hütte zeitweise geöffnet, ein eingeschränkter Sportbetrieb hochgefahren und ein kontaktloser Selbstturnparcours auf dem Sportgelände angeboten werden. Dennoch schmerzt ein historischer Ausfall: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg kann im Dorf kein Gartenfest stattfinden.
2021 – Online-Sport und ein Rekord am heißesten Tag des Jahres
Die Pandemie behält den TGV weiterhin im Griff, doch die Verantwortlichen beweisen enorme Kreativität. Die Übungsleiterinnen Claudia Kimmel, Hanna Straßer und Christine Fankhänel halten die Mitglieder mit Online-Sportstunden fit, und auch die Jugend versammelt sich rein virtuell. Im Sommer atmet der Verein auf: Über 80 Mitglieder treffen sich unter freiem Himmel zur Generalversammlung in der Gartenwirtschaft der Horner Hütte. Hierbei wird Alfons Schleicher für seine außergewöhnliche, 75-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt, und Hans Kimmel wird zum Ehrenmitglied ernannt. Ein kulinarischer Erfolg wird der Verkauf der beliebten Horner Hähnchen „to go“ an einem eigens eingerichteten Abholstand mit strengem Abstands- und Hygienekonzept.
Trotz tropischer Temperaturen am heißesten Tag des Jahres verzeichnen die Wanderführer Achim Lanz und Wolfgang Werner bei der 12-Stunden-Wanderung einen historischen Teilnehmerrekord. Überschattet wird das Jahr im September von tiefer Trauer, als der junge, allseits beliebte Übungsleiter Louis Störkle mit nur 19 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommt.
2022 – Das fulminante Frühlingsfest und schwere Schicksalsschläge
Nach mehr als zwei Jahren pandemiebedingter Durststrecke melden sich die Horner Vereine fulminant zurück: Der Turnverein und der Musikverein veranstalten erstmals ein gemeinsames Horner Frühlingsfest. Drei Tage lang strömen die Besucher aus nah und fern in Scharen herbei und machen das Fest zu einem unvergesslichen Meilenstein des dörflichen Zusammenlebens. Ein weiterer Höhepunkt folgt beim 100-jährigen Jubiläum des Patenvereins TV Heuchlingen: Mit über 100 Teilnehmern im Festzug, einem prachtvollen Festwagen, sportlichen Beiträgen beim Wegfest XXL und der Präsenz beim Festakt im Krone-Garten wird die enge Patenschaft auf beeindruckende Weise zelebriert.
Auf sportlicher Ebene glänzt der TGV beim Gauturnfest in Bargau, wo Leon Sorg im Weitsprung mit starken 5,11 Metern glänzt und sich gemeinsam mit Pius Beisswenger und Marian Kimmel als geschlossene Horner Riege einen verdienten Platz auf dem Siegerpodest sichert. Mitten in diesen Aufwind trifft den Verein und das ganze Dorf ein schwerer Schicksalsschlag: Mit nur 43 Jahren stirbt Manuela Beisswenger völlig unerwartet an einem Herzinfarkt. Als langjährige Übungsleiterin, unermüdliche Ideengeberin, Macherin und starke Stütze an der Seite des Vorsitzenden hinterlässt sie eine riesige, schmerzhafte Lücke im Verein.
2023 – Start ins große Jubiläumsjahr: 100 Jahre TGV Horn
Mit einer tiefen Welle der Vorfreude und des Stolzes startet der Horner Turnverein in sein großes Jubiläumsjahr. Die enorme Verbundenheit der Mitglieder zeigt sich bereits bei der ordentlichen Hauptversammlung, die von 109 Personen besucht wird. Für einen Gänsehautmoment sorgt zum Abschluss die Gesangsgruppe, die mit dem von Jürgen Haas eigens umgetexteten Lied „Wir sagen Dankeschön – TGV 100 Jahre“ den gesamten Verein endgültig auf Jubiläumskurs einstimmt.
Auch abseits der Vorbereitungen kehrt die gewohnte Geselligkeit in voller Pracht zurück: Die traditionelle Skiausfahrt verzeichnet über 100 begeisterte Wintersportler, die bei Traumwetter die Pisten erobern. Beim Kappenabend in der Horner Hütte herrscht dank Live-Musik von Jürgen Haas ausgelassene Partystimmung. Es wird geschunkelt, getanzt und bis in die frühen Morgenstunden gefeiert – das absolute Highlight des Abends und ein grandioser Vorgeschmack auf das Festjahr ist der umjubelte Auftritt des vereinseigenen TGV-Männerballetts.